Letzten Sonntag, also gestern vor einer Woche, war ja Vatertag in den USA und ich hatte tatsächlich frei. Wir sind zum Strand gefahren und haben ein bisschen Spaziergang gemacht. Anschließend sindwir noch mit dem Auto herum gefahren, haben für unsere Gäste Pauline und Niklas ein bisschen Sightseeing gemacht  Und sind dabei auch an der Lakefront Brauerei vorbeigefahren, die direkt amMilwaukee River liegt. Sehr schön dort, mal abgesehen davon, dass diese Brauerei mit die leckersten Biere in Milwaukee produziert.

Am Anfang gab es in der Lakefront Brauerei, drei große Tanks, in denen Bier fermentiert wurde. Dann kam ein Gesetz, dass solche Tanks benannt werden müssen. Örtliche Künstler haben darauf hin dieTanks bemalt und mit Larry, Curly, und Mo bezeichnet. Inzwischen stehen Teile der Tanks vor der Brauerei und sind ein beliebtes Fotomotiv. 
Anschließend sind wir in die Brady Street, eine sehr beliebte und beliebte Straße mit vielen Cafés, Restaurants und Bars. Hier gibt es auch einige Sportbars, in denen sogar die Europameisterschaft aus Deutschland übertragen wird. In einer englischen Sportbar lief gerade ein Spiel, es gab sogar einen  Biergarten zum Public Viewing. Den Begriff public viewing sollte man in diesem Zusammenhang hier in den USA allerdings nicht benutzen, weil Public Viewing hier etwas ganz anderes bedeutet: das Aufbaren eines Leichnams und das Sich-verabschieden am offenen Sarg.
Am Dienstag ist Andrea mit den Kindern nach Chicago gefahren und sie haben einen Tagesausflug in die Großstadt gemacht. China Town, Hochbahn, selbstverständlich auch Lake Michigan. Es gab immer noch etwas Neues zu entdecken, so haben die Kinder nicht schlecht über die oberirdische Stromversorgung der Häuser Gestaunt, selbst in einer Großstadt wie Chicago, so etwas gibt es in Deutschland schon 50 Jahren nicht mehr. Und auch die speziellen Einkaufswagen in den Supermärkten, die für gehbehinderte Menschen gedacht sind, die dann mit einem Elektroscooter durch den Supermarkt fahren können, waren für unseren Besuch durchaus attraktiv, weil neu und ziemlich einzigartig. 
Am Freitag war dann die Graduation Feier, das akademische Highlight des Jahres, wenn die Weiterbildungsassistenten nach vier Jahren Ausbildung ihre Ausbildung fertig haben und Abschluss feiern. Hierzu lädt das Department in einen Ballsaal ein, alle kleiden sich festlich in Abendrobe, es gibt zu essen und zu trinken und eine Menge Ansprachen und Reden. Es ist für unsere Graduates  ein toller und wichtiger Abend, sie bringen ihre Familie mit, Ehepartner, Mama, Papa, Oma, Opa, und lassen sich feiern.
Und obwohl sich alle viel Mühe gegeben haben, gab es auf der Feier eine Person, die besonders hervorstach. 
Am Samstagabend sind wir in die Rooftopbar des Pfister Hotels in Downtown Milwaukee gefahren, haben Jazz und Cocktails genossen und dabei einen wunderbaren Blick über Milwaukee und den Lake Michigangehabt. Als es dunkel wurde, zog ein heftiges Gewitter auf, und wir waren fast ein bisschen besorgt, dass wir im 25. Stock saßen und um uns herum die Blitze mehr als deutlich zu sehen waren. 
Vorher war Andrea mit den Kindern noch im botanischen Garten, der zwar jetzt nicht außergewöhnlich ist, aber dennoch schön und ansehnlich.
Gestern am Sonntag haben wir einen sehr schönen Begrüßung-Ausflug gemacht, weil am Samstag noch ein weiterer Kollege von uns aus Brühl bei Köln angekommen ist. Chris war mit Jens und mir an derUniklinik in Köln, auch schon fast 20 Jahre her, und kommt jetzt ebenso nach Milwaukee , und fängt heute in einer Woche am 1. Juli an zu arbeiten. Für die erste Woche ist auch sein Sohn Finnmitgekommen.

Wir haben uns nach dem Fußballspiel Schweiz gegen Deutschland um 16:30 Uhr am Milwaukee River getroffen und sind mit insgesamt zehn Personen auf das Schiff gegangen, dass Jens für uns gemietet hatte.Jens war der Kapitän und wir durften immerhin die Leinen los machen. Es war ein wunderschöner Nachmittag, das Wetter war top, das mitgebrachte Bier war innerhalb der ersten Stunde Aufgebraucht,obwohl wir das Schiff für 4 Stunden gemietet hatten. 

Wir sind über den Milwaukee River gefahren, haben uns fantastische Apartment Building von außen angeschaut, sind an den alten Bahnbrücken, die als Drehbrücken über den Fluss gedreht werden konnten, vorbeigefahren, haben an einem Ausflugslokal einen Snack und einen Cocktail genommen, sind danach noch auf den Michigan See rausgefahren, und haben das Boot um 20:30 Uhr wieder abgegeben. Wir hatten einen tollen Nachmittag, Superwetter, gute Stimmung und eine Menge Spaß.