Woche 16 ist passee, heute ist schon wieder Sonntag und in Amerika ist Vatertag.
Es fehlt vor allen Dingen noch der Nachtrag vom letzten Wochenende, ihr erinnert euch, Chicago und das Blues Festival, und dass ich vom Sonntag in Chicago noch nicht berichtet hatte.
Wir sind zeitig los und mit der Metro Bahn nach Downtown gefahren. Es war ein sehr schöner, sonniger und warmer Sommertag in Chicago. Nach dem Frühstück sind wir an einen der StadtStrände von Chicago
gefahren und haben Sommer, Strand, Michigan See und dahinter die Skyline von Chicago genossen.
Nach der schönen Mittagspause am Stadtstrand (Ohio Street Beach) sind wir noch ein wenig durch die Stadt gelaufen und von dort in den Millennium Park zum Blues Festival. Diesmal war es noch vollerund
durch das schöne Wetter bedingt saßen die Menschen in großen Picknickgruppen auf den Wiesen und haben der Musik gelauscht. So ähnlich haben wir es auch gemacht. Wir wussten ja,dasswirabends bis
21:00 Uhr bleiben würden, da ja der Auftritt von Buddy Guy für 19:45 bis 21:00 Uhr angekündigt war. Also haben wir uns schon einmal günstig positioniert, sogar Sitzplätzeergattert,undeinem
Jahrhundert-Tribute an Otis Spann zugehört. Otis Spann war ein weltberühmter Blues Pianist, der unter anderem auch als Pianist bei Muddy Waters gespielt hat und der nur 40 Jahrealtgeworden
ist(geboren 1930 in Jackson, Mississippi, gestorben 1970 in Chicago). Das Besondere an diesem Tribute letzte Woche Sonntag war, dass dementsprechend die weltbesten Bluespianisten zusammenkamen, um
ihm zu huldigen, so zum Beispiel “Miss Lee” aus Japan, die ordentlich rumgewirbelt hat. Sänger bei diesem Tribute war Oscar Wilson, selber sehr berühmter Blues Sänger aus Chicago.
zwei bemerkenswerte Gestalten, die wir auf dem Blues Festival entdeckt haben, war einerseits ein Blues Bassist, der unglaublich alt erschien, aber vermutlich durch seine Jahrzehntelange Erfahrung im
Spielen seines Instruments kein bisschen Old Fashion erschien
darüber hinaus, stolzierte noch die frische Reinkarnation des ägyptischem Sonnengottes Rah über das Gelände und genoss es offensichtlich, bestaunt zu werden.
Dann kam pünktlich der versprochene Auftritt von Buddy Guy, eine Blues Legende, der rückblickend die Blues Musik stark beeinflusst hat, da er nach der so genannten “Große Wanderung” (bei der
Anfang des 20. Jahrhunderts ca. 6 Mio. Afro-Amerikaner aus den so genannten Südstaaten nach Norden migriert sind.) wesentlich an der Entwicklung des Chicago Blues beteiligt war. Beim Chicago Blues
sind anders als beim ursprünglichen akustiachen Delta Blues Elektroinstrumente stärker vertreten. Body Guy ist selbstredend ein alter Herr geworden, er wird nächsten Monat 88 Jahre alt, aber als er
auf die Bühne ging, wares wie immer, er hat eine unglaubliche Show präsentiert, witzige Kommentare eingeworfen und unglaublich fesselnde Musik gespielt.
Am Montag sind wir dann wieder pflichtbewusst zur Arbeit gegangen und haben die nächste Arbeitswoche gestartet. Hindernisse auf dem Weg zur Arbeit in Gestalt eines wilden Puters auf unserer
Straße,habe ich geschickt umfahren. Schwieriger ist es im Krankenhaus, in den für die Allgemeinheit bestimmten Kühlschränken einen freien Platz für das tägliche Essen zu finden, weil die Amerikaner
jeweilseine grosse Menge an Essen mit auf die Arbeit bringen als gäbe es kein morgen. und zwar in speziellen Essenstaschen, die sie dann in den Kühlschrank stopfen.
und was ist diese Woche noch alles passiert?
seit Dienstag haben wir Besuch von unserer Tochter Pauline und ihrem Freund Niklas, die das erste Mal nach Amerika gereist sind und direkt nach ihrer Landung in Chicago seither aus dem Staunen
nicht mehr rauskommen. Sie sind an allem interessiert und werden von Andrea, während ich arbeiten gehe, spazieren gefahren, bekommen viele Hintergrundinformationen und sehen spannende
Sehenswürdigkeiten. Weiter unten könnt ihr noch einen Gastbeitrag von Pauline und Niklas lesen.
ich hatte seit Mitte der Woche starke Rückenschmerzen in der unteren Wirbelsäule, so dass ich am Donnerstag zu einem chinesischen Arzt hier bei uns um die Ecke gegangen bin, der mich sehrgutbehandelt
hat und mir mit Akupunktur, die er noch unter Strom gesetzt hat, sehr gut geholfen hat. Seitdem wird es täglich besser.
dann müssen wir uns täglich gegen die wilden Tiere schützen, die unverfroren bis auf unsere Terrasse kommen.
Gestern hatte ich meinen ersten Wochenenddienst als Hauptverantwortlicher, es war neu für mich, ich wusste noch nicht alles optimal zu organisieren, deshalb war es auch ein bisschen
stressigundanstrengend. Mal abgesehen davon, dass ab nachmittags eine Menge Patienten mit Schussverletzungen gebracht wurden, eine nach dem anderen, insgesamt 3 , von denen einer leider auch
gestorben ist, weil die Kugel durch seinen Brustkorb gegangen ist. Ein sehr schönes Ritual war, dass wir uns alle anschließend beim toten Patienten aufgestellt haben, eine kurze Ansprache
gemacht haben und uns würdevoll und respektvoll von ihm verabschiedet haben. Anschließend hat dann selbstverständlich die Mordkommission in Gestalt von großen und schweren und finster aussehenden
Detectives übernommen. Überhaupt sind in der Notaufnahme bei solchen Fällen mindestens genauso viele Sheriffs wie Ersthelfer, so dass die Notaufnahme von Schwarz gekleideten Sheriffs bevölkert ist.