Diese Woche hat unser achter Monat in Milwaukee begonnen, so dass wir Euch heute sehr gerne am Rückblick auf den 7. Monat (September) beteiligen möchten.
Kurz gesagt, quasi als Appetizer, waren die Highlights des September ein Urlaub auf Lanzarote und unser Umzug in ein neues Apartment.
Ihr erinnert euch vielleicht, dass Andrea Anfang September noch in Frankfurt beschäftigt war und ich den September mit einer Woche mit sieben Nächten im Krankenhaus gestartet habe. Immer wieder sind
in den Nächten Notfallpatienten gebracht worden, zum Teil auch wieder kuriose Geschichten. So gab es diese junge Frau, die angab, dass sie Esswandelt, etwas ähnliches wie Schlafwandeln, nur, dass sie
nachts aufsteht, essen geht und sich anschließend an nichts erinnern kann. So etwas hatte ich noch nie gehört. Und ich habe auch nichts darüber lesen können, mir ist bis heute nicht klar, ob
esdaswirklich gibt. Das kuriose an ihrer Geschichte allerdings ist, dass bei ihrem Mann und ihr zu Hause umgebaut wird und es deshalb dort eine regelrechte Baustelle ist. Aus diesem Grunde könne
essein,dass sie „aus Versehen“ Nägel und Schrauben gegessen habe. Also haben wir mitten in der Nacht eine Magenspiegelung durch unsere Gastroenterologen gemacht, und siehe da: die
Gastroenterologenhaben 13 unschuldige Nägel gefunden. Gerüchte besagen, dass die OP Schwestern sie ihr eingepackt haben, damit sie auf der Baustelle noch verarbeitet werden können.
Und wenn ich morgens um kurz nach 7:00 Uhr von der Arbeit abgelöst wurde und nach Hause fahren durfte, kam auch schon wieder der nächste Hubschrauber, um irgendwo aus Wisconsin einen
verunfalltenPatienten zu bringen, der als Notfall behandelt werden musste. Dieses Mal gab es in meiner Nachtdienst Woche wenigstens keine neuen Katastrophen zu vermelden, alle Wasserleitungen zu
Hause habengehalten und es gab keine neuen Überschwemmungen.
Am Samstag, 7. September, war ich morgens mit meinen sieben Nächten fertig, bin nach Hause gefahren, habe mein Handgepäck gepackt und bin zum Flughafen nach Milwaukee gefahren. Dort bin ich
zunächstRichtung New York, habe im Landeanflug die Stadt und die Freiheitsstatue entdeckt, hatte ein wenig Aufenthalt Und bin danach über Nacht von New York nach Madrid geflogen.
Morgens um neun war ich dann im Landeanflug auf Madrid, ein sonniger Sonntagmorgen, voller Vorfreude auf Landung in Europa. Am Flughafen
in Madrid habe ich mir als aller erstes einen doppelten Espresso gegönnt, um den Geschmack von richtigem Kaffee und richtigem Europa zu bekommen. Doppelter Espresso für 1,90 € (obwohl
FlughafenPreise) und so stark, dass ich Angst hatte, er könne mir die Schuhe ausziehen, was er tatsächlich auch gemacht hat. ENDLICH
Sonntagmittag dann Landeanflug auf Lanzarote, dort angekommen, fühlte sich alles so vertraut an. Niemand, der sich umständlich dafür entschuldigt, wenn er dich auf dem Flughafen angerempelt
hat,keineunnötigen „sorry“ und „Excuse me“, sondern einfach das ganz normale Leben. Die Menschen in Spanien sind ja trotzdem nett und freundlich.
Es war Hochsommer in Lanzarote, und wir haben zwei Wochen Urlaub gemacht, keine Verpflichtungen gehabt, Touristenprogramm abgespult, es war fantastisch. Wir waren in der strahlenden SonneGolfspielen,
anschließend mit einer Freundin im Castillo de San José Abendessen mit Blick über den Hafen. Ein tolles Restaurant, das noch von César Manrique konzipiert wurde.
Und glücklicherweise, genau in der Zeit, in der wir auf Lanzarote waren, gab es auch wieder, wie jedes Jahr im September das Fest zu Ehren der inzwischen heiligen Maria Dolores,dieangeblichbeimgroßen
Vulkanausbruch, den Lavastrom, der auf das Dorf zugeflossen ist, kurz vor der Kirche gestoppt hat. Auf jeden Fall eine ganz tolle Leistung, die noch heute gefeiert wird. Dazu wandern die Menschen aus
allen Dörfern Lanzarote in traditioneller Kleidung über die gesamte Insel Richtung Mancha Blanca, um dort Geschenke vor der Kirche abzulegen, aus Dankbarkeit und zur Feier der Maria Dolores. Dazu
sind wir samstags mit einigen anderen netten Menschen, die wir von der Insel gut kennen, bei unserem Freund Christian auf der Terrasse gewesen, haben schon mal etwas „vorgeglüht“, zumal dort in
Tinguaton eine ganze Menge dieser Dorfgruppen vorbei wandern. Die Karren mit den Geschenken, mal von einem Traktor, mal von einem Esel, manchmal sogar von einem Dromedargezogen, sind dann mit dem
Namen des Dorfes beschriftet, aus dem die Gruppe kommt. Hierzu hatten sich ein paar unserer deutschen Freunde in traditionelle deutsche Tracht gesteckt und sind sogar einStück dieser Wallfahrt mit
gewandert. Thomas aus München zum Beispiel ist durchaus in seiner bayerischen Lederhose aufgefallen.
Jeder dieser Dorfgruppen hat auch Musikanten dabei, die spielen und singen und das ganze sehr traditionell kanarisch machen. Die Musikantengruppe aus Tinguaton , alles Nachbarn vom Christian, hat
unsdie Ehre erwiesen, auf die Terrasse zu kommen und für uns exklusiv kanarische Musik zu machen. Die Harmonien sind extrem gewöhnungsbedürftig, lassen aber sofort die typische kanarische
Musikerkennen. Als nicht-Canario manchmal eher Folter für die Ohren.
Nach dem Wochenende zu Ehren, der Maria Dolores, hat uns unsere Tochter Esther besucht und wir hatten noch eine sehr schöne gemeinsame Ferienwoche mit Esther. So haben wir das Spitzen-Weingut Bermejo
besucht, auf der Terrasse in der Sonne eine kleine Weinprobe gemacht und uns anschließend großzügig mit Wein und Cava eingedeckt.
Dann sind wir samstags, am 21. September, zunächst nach Madrid geflogen, haben beim Lidl Mozartkugeln gekauft und uns einen schönen Abend in Madrid mit leckerem Essen und schönem Wein gemacht.
Am nächsten Morgen, sonntags, sind wir dann von Madrid zurück nach New York und von New York nach Milwaukee. Sonntagabend waren wir dann wieder zu Hause. Die Einreise in die USA in New York war
vonSeiten der Immigration Officer kein Problem, aber der Zoll hat in meinem Handgepäck etwas entdeckt, dass uns sehr lange aufgehalten hat, denn es musste sowohl auf Sprengstoff als auch auf Drogen
getestet werden. Gott sei Dank hat das Original Meersalz aus Lanzarote (aus den Salinas de Janubio) beide Tests bestanden, so dass die aufgeschnittenen Tüten vom Zoll mit Original Klebeband des „US
Department of Homeland Security“ wieder versiegelt werden konnten.
Kaum zurück von unserem kurzen Urlaub auf Lanzarote, in unserem wunderschönen Haus. In Tahíche bajo, an dem alles stimmt und alles in bester Ordnung ist, hat uns das Haus in Wauwatosa, in
demwir seit sieben Monaten zur Miete wohnen, nicht mehr gefallen und genervt: aus der Dusche tröpfelt das Wasser nur, der Wasserdruck hat nicht gestimmt, das Türschloss der hinteren Tür war
seitdrei Monaten immer noch nicht repariert, der Gartenzaun in sich zusammengefallen, die riesige Eiche im Garten nicht beschnitten und nicht gepflegt, die mit gemieteten Möbel zum Teil Schrott,
kurzum:wir waren nicht mehr zufrieden und deutlich genervt. Also haben wir beschlossen, uns nach etwas schöneren umzusehen, was wir auch durch Andreas Initiative und Engagement innerhalb weniger Tage
gefunden haben. Eine Wohnung mit zwei Schlafzimmern und zwei Badezimmern, natürlich auch mit Küche und Wohnzimmer, mit einem kleinen Kamin, schönen Holzfußböden, einem Tollen Balkon, das Ganze in
einer eher luxuriösen und gehobenen Apartmentanlage, mit Fitnessstudio und Swimmingpool inklusive. Die ganze Apartmentanlage in einer top Wohnlage in Tosa Village, das Herzzentrum von Wauwatosa
direktunten im Tal des Menomonee Flusses. Und das alles in einer recht gediegenen, vor allem aber sicheren Wohnlage im Großraum Milwaukee, für mich 10 Minuten mit dem Fahrrad zur Arbeit.
Wir sind sehr froh mit unserer Entscheidung, sind aus dem alten Mietvertrag recht elegant rausgekommen, und haben jetzt ein Umfeld, in dem wir uns wirklich sehr wohl fühlen, die Lage ist wunderbar,
mal abgesehen davon, dass wir im auf kommenden Herbst mit der Beseitigung des Laubes Und im aufkommenden Winter mit der Beseitigung des Schnees nichts zu tun haben. Wir haben in dieser Wohnanlage
hier nämlich die Heinzelmännchen, die das alles machen, mit gemietet.
Seit Mitte September bereitet sich ganz bis Ganzen auf das Oktoberfest vor, überall gibt es Biergärten zum Oktoberfest, überall gibt es frisch gebrautes Oktoberfest Märzen, ganz Wisconsin und
Milwaukee , lebt im Oktoberfest Fieber. Die deutsche Tradition 🇩🇪 der Einwanderer des 19. Jahrhunderts lässt grüßen und ist überall spürbar. Trotzdem habe ich im ganzen Oktoberfest Wirrwarr Früh
Kölsch entdeckt und probiert.
über das Original Jägerschnitzel sollte ich nicht zu viel Worte verlieren, seht besser selbst: zumindest mal von den versprochenen Pilzen keine Spur.
Dann haben wir in den letzten September Tagen unseren Umzug vorbereitet, um ganz ehrlich zu sein: Andrea hat alles vorbereitet, und wir sind zu IKEA gefahren und haben erst mal eingekauft, denn bis
jetzt hatten wir das Haus ja möbliert gemietet, wohingegen unser neues Apartment unmöbliert ist.
Diese Woche Dienstag, am 1. Oktober, haben wir die Schlüssel bekommen und den Umzug vollzogen. Dies ist selbstverständlich bereits Gegenstand des Oktober Rückblicks, den ihr voller Vorfreude am
ersten Sonntag des November genießen dürft.